Picture.Road.Book – Station 2 #km 10,2

Nun sind es doch nicht exakt 5 km mehr ggü. Station 1. Es lässt sich einfach begründen, auf dem Weg zu Anna ist bei km 10,2 der Wanderparkplatz, von dem wir einige sehr schöne gemeinsame Touren begonnen hatten. Dort getroffen und direkt los marschiert wurde der Parkplatz in der Vergangenheit doch irgendwie vernachlässigt. Das hole ich nun nach.

Dank des Wetters nun ökologisch günstiger auf 2 motorisierten Reifen unterwegs erfreue ich mich des Restschnees, dem letzen Zeugen vom Wintereinbruch vergangene Woche. Trotz des Frühlingswetters ist der Parkplatz nahezu leer, einige Wanderer starten gerade und verschwinden mit freundlichem Gruß. Auf der Suche nach ihrem Weg.
Südöstlich wird der Parkplatz durch einen naturbelassenen Bach begrenzt.

Määndernd. Bruch- und Todholz. Und gut mit Wasser gefüllt. Trotzdem fließt er nicht sehr schnell. Man kann gut die einzelnen Partikel verfolgen, die von der Strömung getragen werden. Steht man eine halbe Stunde oberhalb des Baches ist es immer das gleiche Bild (Bäume, Wasser, Gräser). Doch immer ist Veränderung da (Lichtreflexe, Wellen, Strömungspartikel). Ein langsamer in sich ruhender Film. Die Gedanken fließen mit. Entschleunigend.

Der Blick nach oben zeigt auch, daß der Frühling kommt.

Zum Einen scheint der Mond aktuell schon halb. Stumm und schweigsam. Da fällt mir sofort „Das Abendlied“ von Mathias Claudius ein, insbesondere dieser Vers:

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
     Und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
     Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Ende des 18.Jahrhundert geschrieben findet sich noch viel passendes und aktuelles in diesem Vers und im gesamten Lied.

Zum Anderen ist der Himmel mit den Rufen der Wildgände und der Kraniche gefüllt. Sie sind auf ihrem langen Weg gen Norden unterwegs. Diese Rufe kommen tief im eigenen Ich an. Kindheit, als man im Dunkeln stand und nur die Rufe nachts hörte. Immer leiser werdend.

Ein Blick nach unten zeigt auch weitere Ansätze vom nahenden Frühling:

Ein sattes und doch frisches Grün. Und hat schon die Brückeneinfassung erobert. Auch das Moos findet seinen Weg.

Doch nun weiter. Auf diesem Weg. Das ist das Ziel!

5 Kommentare

  1. Da hat Claudius zeitlos geschrieben, es ist noch immer wahr!

    Auch bei deinem Beitrag ist viel im Hintergrund, was du nicht hier geschrieben hast, aber dich begleitete.Sicher war es auch irgendwie eine „runde Sache“ und doch ein Weg…

    ..grüßt Syntaxia

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