Picture.Road.Book – Intermezzo zwischen Station 5 und Station 6

Nach so viel Rundem nun hinein in das Rund.

Bei der ersten Ausfahrt blockiert ein fetter Trecker den Weg, so daß ich weiter der Rundung folge. Brav und regelkonform gegen den Uhrzeigersinn. Und überlege was ich mache.
Schnell ist dadurch auch die 2.Ausfahrt rechts liegen geblieben und Ausfahrt 3 sieht nicht richtig nett aus. Wolken am Horizont. Nun etwa zurück bei Ausfahrt 4 ??? Keine Option !!!

4 mal die 25%ige Chance rechts liegen gelassen. Also ab in die 2.Runde. Ich überlege wie es wohl Entscheidungslegasthenikern ergehen mag, die eine 8., 17. oder 42.Runde drehen. Wird denen wohl schwindelig?
Erneut vorbei an der ersten Ausfahrt grüße ich freundlich den fetten Trecker wie einen alten Bekannten. Aber er blinkt noch nicht einmal mit den gelben Leuchten. Ein knurriger Zeitgenosse.
Die 2. Ausfahrt sieht nicht schlecht aus und ich erhasche einen Blicke auf die Hinweisschilder. Und vorbei, kurz vor der dritten sehe ich erste Blitze und die Wolken haben diesen Gewittercharacter in sich, dunkel, hoch auftürmend legen sich drohend und erdrückend über die Felder. Und auch die 4.Ausfahrt ist wieder vorbei.

Was nun?

In der dritten Runde sind alle Ausfahrten frei. Genau wie man sich bei zu vielen Debatten im Kreis dreht, so verliert man den Überblick für das Große und Ganze. Alle verpasst vor lauter sinnieren über den Weg, der das Ziel sein sollte.

Vor lauter Ausfahrten sehe ich den Weg nicht. Oder vor lauter Straße den Asphalt nicht. Da fällt mir wieder die Volksweisheit ein von dem, der den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Oder umgekehrt, wie in diesem Gedicht, wo alle Sinne angesprochen werden

Von einem, der den Baum vor lauter Wäldern nicht sah

Eingezwängt, den Blick nach oben
Umringt und fest gestützt
Kommt Licht hindurch und hält ihn wach

Immerwährend die Geräusche
Arbeiten sich ganz außen ab
Dringen leise zu ihm vor

Wind bringt oben viel von weitem her
Frisch und neu, wie er so ist
Vermischt des Fußes alten Modergeruch

Knarzend reibt sich Ast an Rinde
Schnürt der Efeu doch die Borke
Dringt von außen innen ein.

Regen wäscht den Blütenstaub hinab
Und mit ihm alles mikroskopische
Zu den Pilzen, die ihn schmecken lassen

So versorgt und doch gefangen
Steht er tief im Walde drin
Fühlt den Wald als Ganzes
Sind die Bäume doch ganz fern

Noch eine Runde im Rund, dann nehm ich eine Ausfahrt nach der Weisheit: “Keine Entscheidung ist die schlechteste“. Was kann passieren. Maximal ein Umweg……

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